Politik und Gesellschaft
Weite Teile im Themenfeld des Freien Wissens sind an komplexe Richtlinien des Urheberrechts und an bestehende Gesetzesbestimmungen gekoppelt. Der Bereich Politik und Gesellschaft hat einerseits die Aufgabe, zu den Kernthemen Wikimedia Deutschlands einen Dialog mit politischen Akteuren zu etablieren und Partner in der Zivilgesellschaft zu finden. Zum anderen wirbt der Bereich für ein verändertes Denken in staatlichen Institutionen und kulturellen Einrichtungen. Deren Datenpools, Archive und kuratierte Sammlungen sollen einer möglichst aktiven Weiternutzung zugeführt werden.
Bandbreite unserer Aufgaben
Prozessbeobachtung
Wikimedia Deutschland verfolgt das politische Geschehen und analysiert die parteipolitischen Positionen. Laufende Gesetzgebungsinitiativen werden von uns einer Rechtsfolgenabschätzung für die Förderung Freien Wissens unterzogen, beispielsweise bei dem internationalen Abkommen "ACTA". Wo immer nötig, machen wir eigene Standpunkte in Form von Policy Papers öffentlich.
Wahlbeobachtung
Wir veröffentlichen regelmäßig Wahlprüfsteine, um die Programmatik der Parteien unter dem Gesichtspunkt des Freien Wissens auszuwerten. Zuletzt wurde anlässlich der Wahlen zum Landtag von Nordrhein-Westfalen im Mai 2012 umfangreicher Fragenkatalog erstellt.
Konsultation
Zu spezifischen Themen z.B. aus dem für Wikimedia Deutschland sehr relevanten Bereich des Urheberrechts (z.B. Schutzfristen, Schrankenregelungen, Nutzungslizenzen) tauschen wir uns intensiv mit Parlamentariern, parteinahen Stiftungen und politischen Think-Tanks aus.
Positionen und Stellungnahmen
Auf der Grundlage seiner anerkannten Kompetenz wird Wikimedia Deutschland regelmäßig zur fachlichen Stellungnahme aufgefordert: So wurden wir beispielsweise zur Expertenanhörung über die Ausgestaltung der Deutschen Digitalen Bibliothek (DBB) im Januar 2010 eingeladen oder gaben 2012 eine Empfehlung über die geplante EU-Richtlinie zur Behandlung verwaister Werke an das BMJ weiter. Im Juni 2012 erfolgte eine Einladung des Unterausschusses Neue Medien im Bundestag für eine Stellungnahme zu Open Data. Positionen zu Folgen und Risiken der Non-Commercial-Bedingung in Lizenzen von Creative Commons sowie zu ACTA erschienen ebenfalls im Jahr 2012.
Kooperation
In Zusammenarbeit mit privaten Stiftungen oder öffentlichen Förderinstitutionen wie z.B. der Bundeszentrale für Politische Bildung entwickeln wir Projekte im Bereich Medienkompetenz. Durch Maßnahmen an Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung soll u.a. das kritische Bewusstsein über kollaborative Wissensplattformen wie Wikipedia erhöht werden.
Repräsentation
Unsere Beteiligung bei öffentlichen Foren und Veranstaltungen (Konferenzen, Workshops, BarCamps etc.) unterstützt die Sichtbarkeit der Bewegung für Freies Wissen und bringt uns in einen interdisziplinären Austausch mit Fachleuten aus den unterschiedlichsten Bereichen.
Vernetzung
Im Rahmen von Multistakeholder-Plattformen wie dem Coll:aboratory treffen wir auf Vertreter der Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Durch die Mischung der Akteure ergibt sich ein interessanter Debattenraum, um zukünftige Perspektiven für eine freiheitliche und zugangsoffene Struktur des Internets zu entwickeln. Gleichzeitig unterhalten wir intensive Austauschbeziehungen zu diversen NGOs, um Synergien für die Förderung Freien Wissens zu schaffen.
Förderung
Spannende Veranstaltungsideen und interessante Publikationsprojekte, welche der Förderung Freien Wissens dienen, können durch uns schnelle und unbürokratische Unterstützung erhalten. So unterstützte Wikimedia Deutschland im Oktober 2011 etwa das Open Government Data Camp in Warschau.
Ansprechpartner
Bei Fragen und Anregungen zum Bereich Politik und Gesellschaft können Sie sich an unseren Mitarbeiter Jan Engelmann wenden.